Prosopagnosie – Was ist das?

Stell dir vor, du erkennst deine eigene Familie nicht wieder. Deine Eltern? Deine Freunde? – Alles Fremde.

Von Prosopagnosie (auch Gesichtsblindheit) hatte ich zwar schon einmal gehört, wirklich damit auseinandergesetzt, habe ich mich allerdings erst vor kurzem, als ich das Buch „Stell dir vor, dass ich dich liebe“ von Jennifer Niven gelesen habe. Besonders interessant finde ich, dass das Buch aus zwei unterschiedlichen Perspektiven geschrieben ist. Einerseits erzählt Libby aus der Sicht eines scheinbar ganz und gar umperfekten Mädchens mit Gewichtsproblemen. Der zweite Protagonist heißt Jack und leidet unter Prosopagnosie. Viel mehr vom Inhalt möchte ich nicht weiter spoilern.

Es sei denn, es gibt wünsche nach einer Rezension meinerseits? (Schreibe mir doch einen Kommentar ☟) Dann würde ich mich natürlich einmal daran versuchen 😋

Allerdings ist dieser Post eher dazu bestimmt ein bisschen über dieses Handicap aufzuklären. man-1461448_1920
Erstmals wurde sie 1947 als definiertes Störungsbild wissenschaftlich beschrieben. Ich hatte vermutet, dass diese Einschränkung sehr selten vorkommt. Doch während meiner Recherchen wurde ich eines Besseren belehrt. Somit schätzen Wissenschaftler der Harvard University, dass 2% aller Menschen weltweit davon betroffen sind. Viele ahnen es jedoch nicht. Denn wenn man von Geburt an Schwierigkeiten mit der Erkennung von Gesichtern hat, fühlt sich das ja auch normal an. Außerdem ist diese Störung nicht bei allen Patienten gleich schwerwiegend ausgeprägt. So ist der Begriff der „Gesichtsblindheit“ etwas irreführend.

Um dennoch Menschen auseinander halten zu können, entwickeln die Betroffenen, meist unbewusst, Strategien. Orientieren kann man sich an konkreten, möglichst unveränderbaren Merkmalen, beispielsweise an der Ohrenform, Augenabstand oder Haaransatz. Doch auch der restliche Körper bietet einige Anhaltspunkte wie die Stimme, Haltung, Mimik und Statur.

Mit einigen dieser Tricks schlägt sich auch Jack im Roman von Niven durch. Obwohl er eine sehr ausgeprägte Form der Prosopagnosie hat, bemerkt sein Umfeld nichts. Ich finde es klasse, dass ein Buch dazu inspiriert sich über ein Handicap zu informieren. Darum wollte ich euch gerne daran teilhaben lassen. Klar ist, ich bin kein Experte und habe auch persönliche keine Erfahrungen mit  Prosopagnosie gemacht. Doch denke ich, es ist gut darüber nachzudenken und mit diesem Wissen durch die Welt zu laufen.

Hast du selbst Probleme beim Erkennen von Gesichtern? Online lassen sich viele ➯ Tests finden, um herauszufinden, ob man selbst an Prosopagnosie leidet. Dies bieten womöglich einen ersten Anhaltspunkt, dennoch schätze ich die Aussagekraft solcher Online-Tests ziemlich gering ein.

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Neu war für mich auch der Fact, dass Brad Pitt und die schwedische Kronprinzessin Victoria betroffen sind.
Während ich also das Buch geradezu verschlungen habe, kam mir der Gedanke, wie eine Welt ohne Gesichter wohl aussehen würde. Wären Schönheitsideale, Prominente und Themen wie Mobbing dann noch so aktuell? Aber es wäre wohl auch sehr viel schwieriger Kontakte aufzubauen, zumindest wenn es nur bei Smalltalk bleibt. Was denkst du?

Lena

P.S.: Das Buch erscheint am 22.06.2017. Ich hatte Glück und habe es schon vorab bei einem Händler am Bahnhof ergattert. Vorbestellen kannst du hier:

Quellen:

➳Hier kannst du tolle Rezensionen zu dem Roman finden:

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Meiky sagt:

    Hey Lena 🙂

    ein sehr informativer und interessanter Beitrag! Ich finde die Erkrankung total spannend und ja, vermutlich würde es in einigen Ecken viel weniger Probleme geben, wenn niemand Gesichter erkenne würde, aber seine Familie und Freunde nicht zu erkennen, finde ich schon wirklich hart.. das muss wirklich unschön sein!

    Danke für deine Verlinkung!
    Liebe Grüße
    Meiky

    Gefällt 1 Person

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